Themenabend »Freiheit und Erinnerungskultur« in der Landesvertretung
Um geteilte Geschichte(n), geteilte Erinnerungen in (Ost)-Deutschland, Tschechien und Polen ging es am 6. November 2025 in der Landesvertretung.
Wie formte sich in Mittelosteuropa die Erinnerung an Krieg, Flucht und Unterdrückung und was bedeutet das für die Freiheit heute? Diese Fragen standen beim Themenabend »Freiheit und Erinnerungskultur« am 6. November 2025 in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund im Mittelpunkt. Konzipiert und gestaltet wurde die Veranstaltung gemeinsam mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft. Das 35. Jubiläum der Wiedervereinigung bot einen schönen Anlass für einen solchen Themenabend, den Aline Fiedler vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus eröffnete.
»Freiheit – eine unvollendete Geschichte?« lautet der Titel einer Sonderausstellung, die gegenwärtig im Dresdner Hygiene-Museum gezeigt wird. Dr. Iris Edenheiser, Direktorin des Museums, stellte die Ausstellung vor. Ausgehend von den Revolutionen im 18. Jahrhundert folgt der Besucher der unvollendeten Geschichte der Freiheit bis zu den Bürgerrechtlern in Ostdeutschland, Polen und Tschechien 1989. Die Ausstellung gibt Einblicke darin, worin sich Freiheitsbewegungen glichen und welche Unterschiede bestanden. Bis 31. Mai 2026 kann die Ausstellung in der sächsischen Landeshauptstadt besichtigt werden.
Über Freiheitsbewegungen in osteuropäischen Ländern sprachen in einer Podiumsdiskussion die ehemalige Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe, die tschechische Politologin Blanka Mouralová und der polnische Historiker Dr. Robert Żurek. Sie stellten dar, wie in den jeweiligen Ländern an die damaligen Umbrüche erinnert wird. Und sie erinnerten an die damalige Zeit des Aufbruchs und diskutierten, wie es heute um Demokratie und Freiheit steht. Einigkeit bestand darin, dass Demokratie und Freiheit stets verteidigt werden müssen, um sie nicht ihren Feinden zu überlassen. Moderiert wurde das Gespräch von Shelly Kupferberg.
Um Erinnerung an die Friedliche Revolution im Herbst 1989 geht es beim Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal. Das Denkmal will die besonderen Erfahrungen der Friedlichen Revolution im kollektiven Gedächtnis bewahren und Denkprozesse für heutige und künftige Generationen anregen. Im Oktober 2025 wurde im Beisein des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer der Grundstein für dieses Vorhaben gelegt. Gesine Oltmanns und Annette Baumeister von der Stiftung Friedliche Revolution präsentierten das Modell des Denkmals. Die Stiftung hatte unter breiter Beteiligung der Bevölkerung das Verfahren für den künstlerischen Wettbewerb zum Denkmal umgesetzt. Aus den eingereichten Vorschlägen wurde im Oktober 2024 der Entwurf »Banner, Fahnen, Transparente« ausgewählt, der nun baulich umgesetzt werden soll.
Beim anschließenden Empfang hatten die zahlreichen Gäste Gelegenheit, mit den Mitwirkenden ins Gespräch zu kommen uns sich untereinander auszutauschen.