80 Jahre Kriegsende und Befreiung vom Nationalsozialismus
Die Erinnerung lebendig halten
80 Jahre liegen das Ende des 2. Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zurück. Ein ganzes Menschenalter trennt uns inzwischen von diesen Ereignissen. Zeitzeugen sind kaum noch unter uns. Doch das, was vor 80 Jahren und in den Jahren davor geschehen ist, verpflichtet uns, die Erinnerung nicht verblassen zu lassen.
Der Krieg war dorthin zurückgekehrt, von wo er ausgegangen war. Das Vorrücken der alliierten Truppen auf das Gebiet des Deutschen Reiches dürfte zunächst nur von einer Minderheit der Bevölkerung in Deutschland als Befreiung empfunden worden sein; bei der Mehrheit hing die Wahrnehmung wesentlich vom Grad der Verstrickung in das NS-Regime ab.
Insbesondere beim Eintreffen der Roten Armee dürfte eher Angst vorgeherrscht haben. Ganz anders in den Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagern: Die alliierten Truppen setzten den nationalsozialistischen Gräueln an diesen Orten des Schreckens ein Ende. Für viele der Gefangenen kam die Befreiung zu spät, denn die SS-Schergen zahlreicher Lager trieben die Geschundenen vor den heranrückenden alliierten Truppen auf Todesmärschen durch das Land. So, wie unzählige Soldaten auf beiden Seiten noch in den letzten Kriegstagen ihr Leben ließen, erging es zahlreichen bis dahin überlebenden Gefangenen des untergehenden Regimes. Die Vernichtungsmaschine arbeitete bis zum letzten Tag. Von Deutschland war ein Zivilisationsbruch ausgegangen, der bis heute nachwirkt.
Der Opfer gedenken
Das Gedenken beginnt mit dem Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus. Der 27. Januar 1945 war der Tag, an dem das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von den sowjetischen Truppen befreit wurde. In Sachsen erreichten die sowjetischen und amerikanischen Truppen die Kriegsgefangenenlager erst in den letzten Kriegstagen.
Ein wichtiger Gedenkort für diese Lager ist in Sachsen der Ehrenhain Zeithain, das einstige Zweiglager Stalag IV B/Z des benachbarten Lagers in Mühlberg. Zu nennen ist auch der Meetingpoint Messiaen, das Stalag VIII A, heute ein Europäisches Zentrum für Erinnerung, Bildung und Kultur in Görlitz/Zgorzelec. Zwischen 1939 und 1945 gingen hier über 100.000 Kriegsgefangene zahlreicher Nationen durch.
Die Befreiung von Leipzig
Am 17. April 1945 begann der Angriff amerikanischer Panzer auf Leipzig. Zwei Tage später wehte das Sternenbanner über dem Neuen Rathaus. Noch aber wurde am Leipziger Wahrzeichen, dem Völkerschlachtdenkmal, gekämpft. Hier hatte sich der Leipziger Kampfkommandant mit rund 200 Männer verschanzt und verweigerte sich einer Kapitulation.
Nach Feuergefechten und stundenlangem Artilleriebeschuss wehte am 20. April auch über dem Völkerschlachtdenkmal eine weiße Fahne. Der Zweite Weltkrieg war für die Messestadt endlich vorbei. In Leipzig wird mit einer Festwoche der Befreiung der Stadt gedacht.
Ein historischer Tag - der »Elbe Day«
Am 25. April 1945 trafen sowjetische und amerikanische Soldaten bei Torgau an der Elbe aufeinander – ein historischer Moment, der das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa symbolisierte. Soldaten beider Seiten, die aus völlig unterschiedlichen politischen Systemen stammten, reichten sich damals die Hände.
Dieser Moment wurde in zahlreichen Fotografien und Filmen festgehalten und ging als »Elbe Day« in die Geschichte ein. Zum 80. Jahrestag dieser Begegnung gibt es in Strehla und Torgau zahlreiche Veranstaltungen.
Treffen zwischen amerikanischen und sowjetischen Truppen in Torgau, 1945