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80 Jahre Kriegsende und Befreiung vom Nationalsozialismus

 
Blaues Logo zum 80 jährigen Kriegsende

Die Erinnerung lebendig halten

Eine zerstörte Stadt
Blick vom Turm des Dresdner Rathauses auf die Innenstadt, die am 13./14. Februar 1945 von englischen und amerikanischen Bomberverbänden in Schutt und Asche gelegt wurde. (Aufnahmedatum: 13.02.1945-31.12.1945)  © dpa - Zentralbild

80 Jahre liegen das Ende des 2. Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zurück. Ein ganzes Menschenalter trennt uns inzwischen von diesen Ereignissen. Zeitzeugen sind kaum noch unter uns. Doch das, was vor 80 Jahren und in den Jahren davor geschehen ist, verpflichtet uns, die Erinnerung nicht verblassen zu lassen. 

Der Krieg war dorthin zurückgekehrt, von wo er ausgegangen war. Das Vorrücken der alliierten Truppen auf das Gebiet des Deutschen Reiches dürfte zunächst nur von einer Minderheit der Bevölkerung in Deutschland als Befreiung empfunden worden sein; bei der Mehrheit hing die Wahrnehmung wesentlich vom Grad der Verstrickung in das NS-Regime ab.

 

Insbesondere beim Eintreffen der Roten Armee dürfte eher Angst vorgeherrscht haben. Ganz anders in den Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagern: Die alliierten Truppen setzten den nationalsozialistischen Gräueln an diesen Orten des Schreckens ein Ende. Für viele der Gefangenen kam die Befreiung zu spät, denn die SS-Schergen zahlreicher Lager trieben die Geschundenen vor den heranrückenden alliierten Truppen auf Todesmärschen durch das Land. So, wie unzählige Soldaten auf beiden Seiten noch in den letzten Kriegstagen ihr Leben ließen, erging es zahlreichen bis dahin überlebenden Gefangenen des untergehenden Regimes. Die Vernichtungsmaschine arbeitete bis zum letzten Tag. Von Deutschland war ein Zivilisationsbruch ausgegangen, der bis heute nachwirkt.

Der Opfer gedenken

Ein Männerchor singt
Ein russischer Soldatenchor singt im sowjetischen Hauptquartier anlässlich des Treffens mit amerikanischen Truppen. Im Hintergrund ein Bild, welches die Staatsoberhäupter der alliierten Nationen (v.li.: Churchill, Roosevelt, Stalin) auf der Konferenz von Jalta zeigt. (Aufnahmedatum: 25.04.1945-26.04.1945)  © dpa - Zentralbild

Das Gedenken beginnt mit dem Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus. Der 27. Januar 1945 war der Tag, an dem das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von den sowjetischen Truppen befreit wurde. In Sachsen erreichten die sowjetischen und amerikanischen Truppen die Kriegsgefangenenlager erst in den letzten Kriegstagen.

Ein wichtiger Gedenkort für diese Lager ist in Sachsen der Ehrenhain Zeithain, das einstige Zweiglager Stalag IV B/Z des benachbarten Lagers in Mühlberg. Zu nennen ist auch der Meetingpoint Messiaen, das Stalag VIII A, heute ein Europäisches Zentrum für Erinnerung, Bildung und Kultur in Görlitz/Zgorzelec. Zwischen 1939 und 1945 gingen hier über 100.000 Kriegsgefangene zahlreicher Nationen durch.

Die Befreiung von Leipzig

Zwei tote Personen in einem altmodischen Zimmer
Zahllose mit dem Regime verschworene NS-Anhänger machten ihrem Leben in den letzten Tagen des Krieges ein Ende, wie hier der Leipziger Stadtkämmerer und stellvertretenden Oberbürgermeister Kurt Lisso sowie seine Frau und seine Tochter im April 1945 beim Einmarsch der Amerikaner in Leipzig. (Aufnahmedatum: 01.04.1945-30.04.1945)  © dpa - Zentralbild

Am 17. April 1945 begann der Angriff amerikanischer Panzer auf Leipzig. Zwei Tage später wehte das Sternenbanner über dem Neuen Rathaus. Noch aber wurde am Leipziger Wahrzeichen, dem Völkerschlachtdenkmal, gekämpft. Hier hatte sich der Leipziger Kampfkommandant mit rund 200 Männer verschanzt und verweigerte sich einer Kapitulation.

Nach Feuergefechten und stundenlangem Artilleriebeschuss wehte am 20. April auch über dem Völkerschlachtdenkmal eine weiße Fahne. Der Zweite Weltkrieg war für die Messestadt endlich vorbei. In Leipzig wird mit einer Festwoche der Befreiung der Stadt gedacht.

Ein historischer Tag - der »Elbe Day«

Sieben Soldaten reichen sich die Hände
Amerikanische (l) und sowjetische Soldaten reichen sich auf den Trümmern einer Elbbrücke bei Torgau die Hände. Am 25. April 1945 konnten sowjetische Soldaten der 58. Gardeschützendivision der Roten Armee am Ostufer der Elbe bei Torgau die ersten amerikanischen Soldaten der 69. Infanteriedivision der US-Streitkräfte begrüßen.  © dpa - Zentralbild

Am 25. April 1945 trafen sowjetische und amerikanische Soldaten bei Torgau an der Elbe aufeinander – ein historischer Moment, der das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa symbolisierte. Soldaten beider Seiten, die aus völlig unterschiedlichen politischen Systemen stammten, reichten sich damals die Hände.

Dieser Moment wurde in zahlreichen Fotografien und Filmen festgehalten und ging als »Elbe Day« in die Geschichte ein. Zum 80. Jahrestag dieser Begegnung gibt es in Strehla und Torgau zahlreiche Veranstaltungen.

Treffen zwischen amerikanischen und sowjetischen Truppen in Torgau, 1945

Zwei Soldaten umarmen sich
Ein amerikanischer (li.) und ein sowjetischer Soldat während der Begegnung beider Armeen in Torgau. © dpa - Zentralbild
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